Was ist Sportpsychologie?

Mentale Stärke ist nicht in die Wiege gelegt, sondern trainierbar. Genauso, wie du im Training an deiner Technik feilst, lässt sich auch Konzentration, Zielsetzung und sogar Selbstvertrauen trainieren – Herzlich Willkommen in der Sportpsychologie!

 

Vielleicht kennst du es als Athlet: Du verbringst Stunden mit hartem, körperlichen Training, kannst deine Bewegungen im Training präzise abrufen. Doch am Wettkampftag sieht es plötzlich anders aus: Aufregung kommt ins Spiel, Zuschauer, andere Geräusche und Ablenkung.

 

Genau dazu sind Sportpsycholog*innen ausgebildet: So, wie Coaches mit ihren Mannschaften und Athleten an körperlicher Fitness arbeiten, arbeitet man in der Sportpsychologie an der „mentalen Fitness“.

 

Ob im direkten 1:1 Coaching, in Workshops, Vorträgen und Seminaren – oder wie hier bei diesem Online Summit – Die Themen bei denen Sportpsychologie weiterhelfen kann, sind super vielfältig:

 

  • Leistung auf den Punkt abrufen können
  • Kognitives Training (z.B. Erhöhung von Reaktionsschnelligkeit)
  • Regenerations- und Erholungsmanagement
  • Arbeit an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
  • Mannschaftszusammenhalt stärken
  • Bewegungen mental trainieren
  • Arbeit an Zielsetzung und Motivation
  • Karriereentscheidungen und Laufbahnentwicklung
  • Talentmanagement
  • Umgang mit Druck und Stress
  • Persönlichkeitsentwicklung

 

Und noch ganz viel mehr! Ihr seht, das Portfolio ist riesig! Demnach kann dieser Summit auch nur einen ganz ganz kleinen Teil an Themen abdecken.

 

Wenn man es ganz grob betrachtet, dann haben Sportpsycholog*innen zwei Hauptarbeitsbereiche:

 

  1. Die Arbeit mit Mannschaften und Teams
  2. Die Arbeit mit Einzelpersonen

 

Im letzteren Fall sind das meist Athlet*innen, aber auch Coaches, Eltern und können von mentaler Stärke profitieren. Denn wenn z.B. Coaches mit Mannschaften zusammen arbeiten, dann ist hier ganz viel Psychologie im Spiel. Da geht es dann beispielsweise um Themen wie Kommunikation und Mannschaftsführung, aber auch um Persönlichkeitsentwicklung.

WICHTIG: Die Berufsbezeichnung „SportpsychologIn“ ist geschützt und darf nur mit einer speziellen Ausbildung getragen werden (idR Psychologiestudium + Weiterbildung in Sportpsychologie). Ein paar Bücher lesen und dann Athleten mental coachen? Das reicht hier bei Weitem nicht 😉

Man könnte also fast sagen: Offizielle Sportpsycholog*innen mussten für ihr Wissen genau so hart „trainieren“ wie du für deine sportlichen Erfolge – nur eben auf eine etwas andere Art und Weise 😉

Wege in die Sportpsychologie

Du möchtest dich tiefer mit der Sportpsychologie beschäftigen? Und vielleicht sogar persönliches Coaching in Anspruch nehmen? Im Folgenden findest du einen kurzen Überblick, wie mögliche Wege in die Sportpsychologie aussehen können.

Spitzensport und Kaderzugehörigkeit (olympisch)

Viele Athlet*innen wissen nicht, dass sie über bestimmte Förderstrukturen des DOSB Anträge auf sportpsychologische Betreuung gestellt werden können, die zum Ziel haben, die persönliche Zusammenarbeit mit Sportpsycholog*innen aus einem Fördertopf zu ermöglichen. Wenn du zur oben genannten Gruppe gehörst und sportpsychologisches Coaching in Anspruch nehmen möchtest, dann sind deine ersten Ansprechtpartner*innen die Verbandssportpsycholog*innen der Spitzensportverbände. Alternativ gibt es inzwischen an jedem Olympiastützpunkt Sportpsycholog*innen, die du ansprechen kannst.

Hier findest du eine Auflistung der Spitzenverbände

Mehr Informationen gibt es auf der Sportpsychologie-Seite des DOSB

Leistungssport und ambitionierter Hobbysport / Nicht-olympischer Sport

Über den Server des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft findest du eine Sportpsychologie-Suchmaschine. In dieser kannst du zertifizierte Sportpsycholog*innen in deiner Nähe suchen, nach Sportarten filtern und zu ihnen Kontakt aufnehmen. Die Sportpsycholog*innen auf dieser Datenbank sind ausgewiesene Expert*innen und müssen strenge Kriterien erfüllen, um auf diese Datenbank zu kommen. Hierzu gehören zum Beispiel regelmäßige Weiterbildungen und eine zertifizierte Ausbildung. Man könnte fast sagen, sie müssen ihre Sportpsychologie-Skills genau so hart trainieren wie du deine körperlichen Skills 😉

Fußball

Viele der deutschen Nachwuchsleistungszentren haben Sportpsycholog*innen in Festanstellung oder arbeiten mit ihnen im Rahmen von Kooperationen zusammen. Falls du an einem solchen Nachwuchsleistungszentrum bist, findest du dort deine ersten Ansprechpartner*innen. Auch viele Profi-Mannschaften beschäftigen inzwischen Sportpsycholog*innen. Solltest du an einem NLZ oder in einer Mannschaft sein, die noch nicht mit Sportpsychologie „versorgt“ ist, du dich aber individuell damit beschäftigen möchtest, findest du auf der Datenbank des Bundesinstituts für Sportwissenschaft über die Sportpsychologie-Suchmaschine erste Anlaufstellen. Hier kannst du z.B. nach Wohnort und Sportart filtern.